John Cassavetes: MORD AN EINEM CHINESISCHEN BUCHMACHER -
Fernsehen
Samstag - 14. April 2012 - 17:46
Die dynamische Handkamera setzte Cassavetes schon 20 Jahre vor dem dänischen Dogma-Stil ein: Der Zuschauer nimmt hautnah teil an der brutalen Realität einer amerikanischen Großstadt - ohne den üblichen Glamour Hollywoods. In Amerika kommt der Film bei Kritikern und Zuschauern schlecht an, in Europa bewundert man die tiefgründige Psychologie der Figuren, die ohne jedes Psychologisieren auskommt, die hervorragenden Schauspieler mit Ben Gazzara in einer seiner Glanzrollen, und die Würde und Liebe, die Cassavetes seinen Protagonisten auch in diesem Film angedeihen lässt. MORD AN EINEM CHINESISCHEN BUCHMACHER ist ein Gangsterfilm aus dem Jahre 1976 vom amerikanischen Independent-Filmer John Cassavetes.
US-Charaktermime Ben Gazzera gestorben
Der Nachtclubbesitzer Cosmo Vitelli verspielt in San Francisco in einem Club 23.000 Dollar. Weil er die Spielschulden nicht bezahlen kann, wird er von den Inhabern der Spielhölle vor die Wahl gestellt, entweder selbst zu sterben, oder einen Ihrer Konkurrenten in Chinatown zu töten.
An sich gutherzig, aber mit den Regeln der Unterwelt vertraut, bleibt Cosmo Vitelli schließlich kein anderer Ausweg: Nahezu emotionslos und durchaus professionell ermordet der Korea-Veteran den chinesischen Buchmacher, selbst ein hochrangiger Gangsterboss. Den Mafiosi, die ihn zum Mord gezwungen hatten und ihn hinterher beiseite schaffen wollen, kann er entkommen.
Selber von einer Kugel getroffen, sehen wir Vitelli am Ende des Films vor seinem Club stehen – wie immer möchte man meinen, wäre da nicht das blutverschmierte Jackett.