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"ALPNIALE" - Kurzfilmfestival in Vorarlberg

Mutige Filme über Außenseiter gewinnen

Festival

Mittwoch - 15. August 2012 - 17:28

Auch in der 27. Auflage hatten "ALPINALE"-Obfrau Manuela Mylonas und ihr Team ein gutes Händchen für die Filmauswahl bewiesen. 37 aus 807 eingereichten Kurzfilmen aus zehn Ländern boten sich an vier Tagen im Kurzfilmwettbewerb ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, während mit dem 20. Kinderfilmfest die Kinder ihr eigenes Filmfest hatten. Sechs goldene Einhörner wurden in den Kategorien „Publikumspreis“, „Bester Kurzfilm Animation“, „Bester Kurzfilm Hochschule“, „Bester Kurzfilm International“, „Preis der Jury“ und „Bester Kinderfilm“ vergeben, zudem wurde die beste Einreichung aus dem Ländle (v-shorts) ausgezeichnet.

Wettkampf um das Einhorn

Gleich vier berührende Geschichten über Außenseiter bzw. Menschen mit Behinderung wurden von der Jury ausgezeichnet. Der "Preis der Jury" ging an den malayischen Film GUANG über einen jungen Autisten mit einer ganz speziellen Leidenschaft. “Der Regisseur Quek Shio Chuan schenkt uns die wunderbare Möglichkeit in Guangs Pulsschlag, Sprache und Sehnsüchte einzutauchen. Ein Film voller Farben, Musik und visueller Kraft - ein sinnliches Erlebnis”, so die Jury-Bewertung.

Als "Bester internationaler Kurzfilm" wurde der Film MON AMOUREUX des französischen Regisseurs Daniel Metge ausgezeichnet. Für die Jury schildert der Film “auf unaufdringliche, subtile Weise und in poetischen Alltagsbeobachtungen das Tabuthema Sexualität unter Behinderten aus verschiedenen Perspektiven. Die herausragende Schauspielleistung und die präzise und beiläufige Art der Inszenierung machen den Film zum eindringlichen Kinoerlebnis.”

In der Kategorie “Bester Kurzfilm Animation” siegte der französische Animationsfilm EDMOND WAS A DONKEY, in dem der kleine und ruhige Edmond in einer grauen Welt sein wahres Wesen entdeckt: “Der liebevolle Detailreichtum des Films wird zur Projektionsfläche des gesellschaftlichen Miteinanders. Wir tauchen ein in die Seele eines Außenseiters und wollen plötzlich, wie auch Edmond, ein Esel sein”, so die Jury.

Eine lobende Erwähnung erhielt auch die britische Regisseurin Jane Gull für ihren Film SUNNY BOY in der Kategorie “Kurzfilm International”. Es geht in der Geschichte um einen Jungen mit einer seltenen Hautkrankheit, der sich danach sehnt, ein normales Leben zu führen. “Durch ihren mutigen, situativen und unverfälschten Erzählstil führt uns die Regisseurin in die Welt eines Jungen, der unter speziellen gesundheitlichen Bedingungen aufwächst. Ein stilsicherer, distanzierter Blick auf einen, um einen kurzen Moment der Normalität kämpfenden, Jungen - getragen von einem hervorragenden Schauspieler”, so die Jurybewertung.

Österreichische Sieger

In der “Hochschul”-Kategorie gewann der Wiener Regisseur Christoph Kuschnig. Der Film HATCH erzählt den sehnlichen Wunsch nach einem Kind aus verschiedenen Blickwinkeln und bietet durch das ungewisse Schicksal eines aus der Babyklappe gestohlenen Babys laut Jury “ein starkes Spannungsgefüge”.

Der "Beste Vorarlberger Kurzfilm" in der Kategorie “vorarlberger shorts” erhielt ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Gleich mit ihrem ersten Animationsfilm THE DUST AND THE LIVING ONE konnten Janine Barbisch und Noemi Preiswerk (beide InterMedia-Absolventinnen der Fachhochschule Vorarlberg) die Jury sowohl technisch, als auch inhaltlich überzeugen. Die Geschichte rund um Adam und Eva im Paradies spielt mit der Frage, was gewesen wäre, wenn Eva Adam eben nicht verführt hätte.

Publikumspreis

Über 6000 Filmbewertungen wurden während der vier Wettbewerbstage vom Team der "ALPINALE" ausgewertet. Gewonnen hat den Publikumspreis der deutsche Regisseurs Timo Becker, der sich in seinem Kurzfilm MÄDCHENABEND dem Altern widmet. Auf sensible und humorvolle Weise beschreibt er einen Abend zweier alter Damen.

Bester Kinderfilm

Auch bei den Kindern wurde es sehr knapp. DAS GROSSE RENNEN konnte sich schließlich bei den Kleinen aber doch durchsetzen. Der Film handelt von einem Mädchen, das alles liebt, was Räder hat und möglichst schnell fährt.


Quelle: alpinale.at

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