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Traumstart in Frankreich: La vie en rose

Allgemein

Donnerstag - 15. Februar 2007 - 21:40

Mit einem hervorragenden Starttag konnte sich der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale am gestrigen Mittwoch in den französischen Kinos an die Spitze der Charts katapultieren. Mit dem fulminanten Start konnte "La vie en rose" den ebenfalls gestern gestarteten Favoriten "Taxi 4" auf die Ränge verweisen. Damit setzt die Alain Goldman Produktion nach der erfolgreichen Berlinale-Eröffnung, wo der Oliver Dahan Film mit "standing ovations" gefeiert wurde, seinen Erfolgsweg beeindruckend fort. In Deutschland startet die Verfilmung von Edith Piafs Leben am nächsten Donnerstag.


Schon als kleines Mädchen landet sie auf heruntergekommenen Straßen des Pariser Bezirks Belleville und doch schafft sie es ins glitzernde Rampenlicht von New Yorks berühmtesten Konzertsälen - Edith Piafs Leben war ein einziger Kampf. Ein Kampf um Liebe, Leidenschaft, Anerkennung, Überleben und Leben.

Von der Mutter verlassen, aufgewachsen in größter Armut, umgeben von Nutten und Zuhältern, machte ihre magische Stimme sie zum Weltstar auf beiden Seiten des Atlantiks. Unvergessen ihre Live-Auftritte und ihre unverwechselbaren Interpretationen von Liedern, die durch sie auf der ganzen Welt berühmt wurden, wie "La vie en rose", "Milord", "Hymn to Love" "Non, je ne regrette rien" und viele mehr. Aber auch ihre leidenschaftlichen Affären und die Freundschaften mit bedeutenden Zeitgenossen - Yves Montand, Jean Cocteau, Charles Aznavour, Box-Weltmeister Marcel Cerdan und Marlene Dietrich - rückten sie immer wieder ins Rampenlicht.

Nie gab Edith Piaf den Kampf mit ihrem Schicksal auf. Höhenflüge und Glück wechselten sich ab mit Dramen und tragischen Abstürzen. Die Welt feierte sie und nahm ebenso Anteil an ihrem Schicksal und allen war klar, dass sich der "Spatz von Paris", wie sie liebevoll genannt wurde, irgendwann einmal die Flügel verbrennen würde ...

Marion Cotillard ("Ein gutes Jahr") nahm mit der Rolle der Piaf die größte Herausforderung ihrer Karriere und die Rolle ihres Lebens an. Große Namen wie Gérard Depardieu, Sylvie Testud, Jean-Paul Rouve oder Emmanuelle Seigner spielen an ihrer Seite.

In seinem bewegenden Biopic LA VIE EN ROSE lässt Regisseur Olivier Dahan ("Die purpurnen Flüsse 2 - Die Engel der Apokalypse") ein altes, unvergängliches Stück Paris wieder auferstehen und zeigt eine Künstlerin, die der ganzen Welt gehört. Mit fantastischen alten und neuen Einspielungen ihrer berühmtesten Chansons setzt der Film auch der unvergessenen Musik ein Denkmal. Der Spatz von Paris fliegt wieder!


Edith Piaf

Als Edith Giovanna Gassion (Alexandra Monet) geboren, wurde Edith Piaf bereits einige Wochen nach ihrer Geburt von ihrer Mutter Anita Maillard, einer Kaffeehaussängerin, verlassen und wuchs bei ihrer Großmutter mütterlicherseits auf, wo sie beinahe verhungerte. Ihr Vater Louis Gassion, Kontorsionist im Wanderzirkus Ciotti, brachte sie 1917 bei seiner Mutter unter - die in Bernay (Normandie) ein Bordell leitete - damit seine Tochter wieder zu Kräften kommen konnte. 1919 erkrankte sie an einer Hirnhautentzündung und erblindete. Erst nach zwei Jahren heilte die Krankheit von selbst. Sie war erst sieben, als ihr Vater sie das erste Mal mit auf Tournee nahm. Mit zehn Jahren begann sie auf der Straße zu singen. Nach dem Willen ihres Vaters hätte sie Akrobatin werden sollen, aber dieses „Gör hatte alles in der Kehle und nichts in den Pfoten“. Edith Piaf wurde stark geprägt vom Alkoholismus ihres Vaters und der Gewalttätigkeit des Milieus, in dem sie aufwuchs.

Als 15-jährige verließ sie ihren Vater und zog alleine als Straßensängerin nach Paris. Kurz darauf wurde sie vom Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt, der sie als Chanteuse in sein Kabarett holte und ihr den Namen gab, unter dem sie bekannt wurde: „Môme Piaf“ (Kleiner Spatz).

Am 11. Februar 1933 brachte sie ihr einziges Kind zur Welt, ihre Tochter Marcelle (genannt Cécelle). Das Kind wuchs bei seinem Vater auf, da Edith Piaf es vorzog, mit Simone Berteaut, einer langen Vertrauten und Freundin auf Musikveranstaltungen aufzutreten. Marcelle starb im Alter von zwei Jahren an Hirnhautentzündung.

1935 nahm Edith Piaf ihre erste Platte auf. Kurz darauf wurde ihr Mentor Leplée ermordet und sie der Mitwisserschaft bezichtigt. Obwohl sie freigesprochen wurde, flüchtete sie in die Provinz und kehrte erst 1937 wieder nach Paris zurück.

Während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzungszeit blieb sie in Paris und gab Konzerte für Kriegsgefangene. Dabei schmuggelte sie gefälschte Arbeitserlaubnisse in Gefangenenlager, um einigen Soldaten die Flucht zu ermöglichen.

Edith Piaf hatte Zeit ihres Lebens schwere gesundheitliche Probleme. Der durch den Tod ihrer großen Liebe, des Boxers Marcel Cerdan im Jahr 1949 erlittene emotionelle Schock löste nach Angabe ihrer Sekretärin die chronische rheumatoiden Polyarthritis aus, unter welcher sie fortan litt. Die damit verbundenen Schmerzen bekämpfte die Sängerin mit starken und überdosierten Medikamenten von denen sie abhängig wurde, was dazu führte, dass man sie fälschlicherweise für drogensüchtig hielt. Hinzu kamen allerdings Alkoholexzesse. Sie machte sieben Operationen und unzählige Entziehungskuren durch.

1952 heiratete sie den Sänger Jacques Pills, von dem sie sich bereits 1956 wieder scheiden ließ. Während eines Konzertes in Stockholm, Ende der 1950er Jahre, brach sie auf der Bühne zusammen - es wurde eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert. Die Piaf ließ sich jedoch davon nicht beeindrucken und trat weiter auf. Auf ihren Tourneen wurde sie fortan von einer Krankenschwester begleitet, die ihr im Bedarfsfall Morphium gegen die Schmerzen verabreichte. In diese Zeit fiel ihre kurze Liebesaffäre mit dem wesentlich jüngeren Chanson-Sänger Georges Moustaki. Er war es auch, der 1959 für Piaf das bekannte Chanson Milord (veröffentlicht 1960) komponierte, das später ihr größter Hit wurde. 1962, wenige Jahre nach ihrer Affäre mit Moustaki (Thierry Bourrat), heiratete sie den zwanzig Jahre jüngeren Sänger Théo Sarapo und verursachte damit den letzten großen Skandal ihres ausschweifenden Lebens.

Edith Piaf starb am 10. November 1963 im Alter von nur 47 Jahren in Plascassier, in der Nähe von Grasse, an einer Zirrhose. Théo Sarapo brachte, von den engsten Freunden unterstützt, ihren Leichnam noch in derselben Nacht - heimlich und in einem Krankenwagen getarnt - in „ihre“ Stadt Paris zurück. Ihr Hausarzt, der den Totenschein für den 11. November ausstellte, gab als Sterbeort Paris an.

40.000 Menschen nahmen an ihrem Begräbnis auf dem Cimetière du Père Lachaise teil. Noch heute wird ihr Grab ständig mit frischen Blumen geschmückt. Das kleine Edith-Piaf-Museum in Paris (Rue Crespin du Gast) stellt persönliche Souvenirs, ein Kleid und die Porzellansammlung der Künstlerin aus.

La vie en rose
mit Marion Cotillard, Sylvie Testud, Pascal Greggory, Emmanuelle Seigner, Jean-Paul Rouve, Jean-Pierre Martins und Gérard Depardieu

Regie: Olivier Dahan

Produzent: Alain Goldman

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>> Offizielle Website
>> Edith Piaf (Wikipedia)
>> Constantin-Film



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