Supervising Soundeditor / Sound Supervisor

Der Supervising Soundeditor ist in erster Linie der logistisch Gesamtverantwortliche der Tonpostproduktion. Ist er gleichzeitig auch Sounddesigner, übernimmt er zusätzlich die kreative Gesamtverantwortung des Projekts. Idealerweise wird er schon vor Drehbeginn in das Projekt involviert.

Aufgaben:

    • Erstellung eines Post-Produktionsplans in Zusammenarbeit mit dem Ton-Post- productionsupervisor unter Berücksichtigung der Deliveryliste
    • Erarbeitung des technischen Arbeitsablaufes vor Beginn der Dreharbeiten in Absprache mit dem O-Tonmeister, der Bildschnittabteilung, dem Postproduction- supervisor und gegebenenfalls dem Mischtonmeister. Anschließend Herausgabe technischer Vorgaben für die Einzelgewerke
    • Absprache spezieller Aufnahmetechniken für die Dreharbeiten (z.B. Playback) mit dem O-Tonmeister
    • Organisation bereits in der Schnittphase notwendiger Arbeiten (z.B. Aufnahme von ADR oder Geräuschen, Erstellung von Layout-Effekten etc.)
    • Überwachung des Projekttransfers vom Schneideraum an das Tonteam
    • Organisation evtl. anfallender zusätzlicher Tonaufnahmen für die Tonbearbeitung
    • (z.B. Atmos, die am Drehort nicht aufgenommen werden konnten)
    • Besprechung und Festlegung des Ablaufs der Mischung in Zusammenarbeit mit dem Mischtonmeister und dem Sounddesigner
    • Überwachung der Erstellung der sog. “Delivery-Items” Tonschnittassistenz
    • Transfer der aus dem Schneideraum gelieferten Projektdaten (z.B. in Form eines OMF-/AAF-Dokuments) in das entsprechende DAW-Format
    • Ggf. Konvertieren des aus dem Schneideraum gelieferten Bildmaterials in ein arbeitsfähiges Format
    • Nachschneiden aller Tonspuren nach Bildänderungen
    • Durchführung div. anfallender Hilfs- und Zuarbeiten im Auftrag der Soundeditoren

BEREICHSÜBERSCHNEIDUNGEN UND SUPERVISION

Die Tongestaltung wird je nach Anforderung des Projektes von einem Team oder auch nur von einem einzelnen Soundeditor geleistet.

Falls es die Größe des Teams erfordert, kann es in jedem Arbeitsbereich einen eigenen Supervising Soundeditor geben (z.B. Supervising Dialogeditor, Supervising ADR-Editor usw.). Diese fungieren dann gewissermaßen als “Abteilungsleiter” innerhalb ihres Bereiches, die diesen in Absprache mit dem Sound Supervisor verantwortlich koordinieren.

Allerdings muss ein Sound Supervisor nicht notwendigerweise auch ein Soundeditor im Projekt sein. Er kann auch ein Mitarbeiter eines anderen Tonberufes, wie z.B. Originaltonmeister oder Mischtonmeister sein, meistens ist es aber der Sounddesigner.

NENNUNGEN IM ABSPANN
Wenn die Tongestaltung von TV Filmen, Kino Dokumentarfilmen oder kleinen Kinofilmen von einem einzigen Soundeditor geleistet wird, erscheint er im .Abspann am ehesten unter dem Titel „Sounddesign“, „Tongestaltung“ oder „Tonmontage“.

Bei Kinospielfilmen oder größeren TV Spielfilmproduktionen sind dagegen drei oder mehr Soundeditoren beschäftigt. Die Tonbearbeitung wird dann meist in drei Bereiche aufgeteilt: Dialoggestaltung, Sounddesign und Geräuschsynchron. Für die Nennung im Abspann sind Personen- oder Tätigkeitsnennungen üblich:

Dialog: Dialogeditor resp. Dialogschnitt – wenn Sprachsynchron und Originaltonschnitt extra besetzt sind: Originalton-Editor resp. Originaltonschnitt und ADR-Editor resp. Sprachsynchronschnitt
Sounddesign: Sounddesigner resp. Sounddesign – dem Sounddesigner zuarbeitend: Soundeffects Editor (kurz FX Editor), Atmo-Editor
Geräuschsynchron: Foley-Editor resp. Geräuschsynchronschnitt

VORAUSSETZUNGEN

    • Kreativität und Vorstellungsvermögen
    • Flexibilität und Einfühlungsvermögen
    • Kenntnisse der Film- und Tondramaturgie
    • Kenntnisse im Umgang mit DAWs
    • Einwandfreie Hörfähigkeit
    • Belastbarkeit
    • Teamfähigkeit

AUSBILDUNG
Eine Umfrage der Berufsvereinigung Filmton e.V. aus dem Jahre 2008 hat ergeben, dass fast die Hälfte der in Deutschland als Soundeditor Tätigen ein abgeschlossenes Studium als Diplom-Tonmeister oder Diplom-Toningenieur vorzuweisen haben; ein weiteres Sechstel hat ein fachverwandtes Studium wie bspw. ein Musikstudium abgeschlossen.

Ein Drittel der Befragten hat eine abgeschlossene Berufsausbildung als Mediengestalter Bild und Ton, Tontechniker oder sind Absolventen einer privaten Ausbildungseinrichtung.
Lediglich ein Fünftel der Befragten fand seinen Weg in den Beruf als Quereinsteiger ohne staatlich anerkannte Ausbildung im Bereich Tontechnik oder Nachrichtentechnik.
Eine staatlich anerkannte Ausbildung mit der Berufsbezeichnung “Soundeditor” gibt es zur- zeit in Deutschland nicht.

Weitere Informationen: Berufsvereinigung Filmton e.V..

Sound-Design – Sound-Montage – Soundtrack-Komposition: Über die Gestaltung von Filmton (Taschenbuch)


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