Deutsche Regiepreise Metropolis 2013

Am Sonntag, 24.11.2013 wurde zum dritten Mal der Deutsche Regiepreis “Metropolis” bei einer glanzvollen Galaveranstaltung im Audi-Zentrum in München verliehen. Die unterhaltsame Preisverleihung war Höhe- und Schlusspunkt der “Moviecom518” die dieses Jahr zum zweiten Mal mit interessanten Workshops und Panels die Mitglieder des BVR und Branchenprofessionals zusammenbrachte. Die Mitglieder des Bundesverbandes der Film- und Fernsehregisseure wählten aus den nominierten KollegenInnen die Besten des Jahres 2013.

Die Gewinner des Deutschen Regiepreises “Metropolis”2013 sind:

Beste Regie Kino: Margarethe von Trotta für HANNAH ARENDT

Beste Regie Fernsehfilm: Nicole Weegmann für MOBBING

Beste Regie Serie: Kai Wessel für ZEIT DER HELDEN: Episode 3

Beste Regie: Nachwuchs: Jan-Ole Gerster für OH BOY!

Beste Regie Dokumentarfilm: Inigo Westmeier für DRACHENMÄDCHEN

Beste Regie Kinder- und Jugendfilm: Hermine Huntgeburth für DIE ABENTEUR DES HUCK FINN
Rainer Erler erhielt den Ehrenpreis der VG Bildkunst für das Lebenswerk. Er lernte als Regieassistent von den Regiegrößen des deutschen Nachkriegsfilms: Rudolf Jugert, Wolfgang Liebeneiner, Kurt Hoffmann. Über Franz Peter Wirth kam er zum Fernsehen. Für die satirische Komödie SEELENWANDERUNG (1962) um den Handel mit einer als Ware verpackten menschlichen Seele erhielt er u.a. den Ernst-Lubitsch-Preis. Mit zeitkritischen, dabei oft satirisch zugespitzten Filmen machte er sich einen Namen, etwa ORDEN FÜR DIE WUNDERKINDER (1963) oder DAS BOHRLOCH ODER BAYERN IST NICHT TEXAS (1965), einem Fernsehfilm, den der BR partout nicht ausstrahlen wollte.
Mit DIE DELEGATION (1969/70), einer fiktiven Reportage über die Suche nach Außerirdischen, vertiefte Rainer Erler eine Genrefarbe im deutschen Fernsehen, für die er wenig später synonym werden sollte: Science Fiction. Er hat sich zunächst gegen dieses Etikett gewehrt, wollte nicht als Fantast, Träumer oder Geisterseher gelten. Seine SF-Filme waren denn auch keine märchenhaften Utopien, sondern er begriff sie als „Extrapolationen von Entwicklungen der Gegenwart, als Auseinandersetzungen mit den Folgen aktueller Entwicklungen in Wissenschaft und Technik“ (Olaf Brill).
Angeregt durch den Club of Rome-Bericht zu den „Grenzen des Wachstums“ und den sich anbahnenden ökologischen Zukunftsproblemen entstand Erlers fünfteilige Science-Thriller-Reihe DAS BALUE PALAIS (1974-1976) über eine Forschergruppe und deren Auseinandersetzung mit industrieller Profitgier und persönlicher Geltungssucht. Erlers Plädoyer für eine neue Wirtschafts- und Wissenschafts-Ethik war wichtig für die breite ökologische Diskussion in Deutschland, lange bevor es die Partei der Grünen gab.

Filme wie “PLUTONIUM (1978) über verschwundenes, hochangereichertes Spaltmaterial, DAS SCHÖNE ENDE DIESER WELT (1983) über die fragwürdigen Machenschaften europäischer Chemiekonzerne in Afrika, OPERATION GANYMED (1977) über eine Weltraummission, die zu einer verwüsteten Erde zurückkehrt, FLEISCH (1979) über die skrupellosen Methoden von Organhändlern und DIE KALTENBACH PAPIERE (1990) über ein Intrigenspiel um nukleare Sprengsätze waren einprägsame Erkundungen zu Moral und ihrer fehlenden gesellschaftlichen Verankerung. Man müsse nur “extrapolieren”, erläutert Rainer Erler seine Erkenntnis-Methode, in der zuweilen schonungslos die Krisenszenarien zutage treten: “Wer sich informiert, die Facts kennt und dann hochrechnet, kommt zu solchen Ergebnissen”, erläutert der Regisseur, der keineswegs ein Pessimist ist.

Außerdem wurden geehrt:

Für die Beste redaktionelle Leistung: Katharina Dufner (ZDF), TORE TANZT,

Nina Maag für die Beste produzentische Leistung: DAS WOCHENENDE,

die AUDI Actors Awards gingen an Katja Riemann als Beste Schauspielerin in DAS WOCHENENDE und Julius Feldmeier als Bester Schauspieler in TORE TANZT.

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