Die Gewinner der Soundtrack Cologne


Die Jurys des EUROPEAN TALENT AWARD und des PEER RABEN MUSIC AWARD haben ihre Favoriten gewählt. Gewinner sind Marianna Liik (WDR FILMSCORE AWARD), Friso Hoekstra (EUROPEAN TALENT AWARD SOUNDDESIGN) und Denise Barth (PEER RABEN MUSIC AWARD). Der Ehrenpreis von SoundTrack_Cologne ging an den Musikpionier Eberhard Schoener. In einer sehr persönlichen Laudatio würdigte der Schauspieler Friedrich von Thun den Komponisten, Dirigenten und Grenzgänger Schoener als Kreativen, Musiker und Freund. Prämiert wurden die Gewinner bei der feierlichen Preisverleihung am Samstag, den 22.11. im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum.

Der Wettbewerb von SoundTrack Cologne fand zum elften Mal statt. Aufgabe war es, für den Kurzfilm „Contrast“ von Carmen Büchner eine neue Klangwelt aus Musik und Sound zu erschaffen. Waren es in den vergangenen Jahren eher Teams aus Sounddesigner und Filmkomponist, so war dieses Jahr auffällig, dass die Mehrzahl der Einreicher beide Gewerke gleichzeitig bearbeitete. Die Jury bestand aus den Filmkomponisten Jean-Michel Bernard (Anleitung zum Träumen) und John Ottman (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit), dem Trailermusik-Experten Yoav Goren, Brigitte Schreiner, Solo-Flötistin beim WDR Funkhausorcherster und Josef Steinbüchel vom Torus Tonstudio.

Der WDR FILMSCORE AWARD geht an Marianna Liik, Estland. Sie gewinnt eine eintägige Aufnahme-Session einer eigenen Komposition mit dem WDR Funkhausorchester Köln.

Die Begründung der Jury:
„Marianna Liik findet eine sehr kreative und mutige Lösung für diesen kunstvollen Film. Es gelingt ihr, eine sehr überraschende Version der Geschichte zu erzählen und durch einen abstrakten musikalischen Ansatz eine andere Welt zu erschaffen.“

Der EUROPEAN TALENT AWARD in der Kategorie SOUNDDESIGN geht an Friso Hoekstra, Niederlande. Er gewinnt zwei Tage 5.1 Kurzfilm-Kinomischung im Kölner Filmton-Postproduktionsstudio TORUS.

Die Begründung der Jury:
„Von der synthetischen Nachbildung von Dschungelklängen bis zu einem frischen zeitgemäßen Konzept für die Kampfszene: Friso Hoekstra führt den Zuschauer in eine bizarre und aufregende Szenerie ein, wobei er die Grenzen zwischen Musik und Sound oft verwischen lässt.“

Lobende Erwähnung an Serge van Lieshout, Niederlande:

„Eine lobende Erwähnung geht an Serge van Lieshout: Dafür, dass er sich dem Soundtrack mit den Instinkten eines Geschichtenerzählers nähert und nahtlos eine minimalistische Komposition mit inspiriertem Sounddesign verflechtet.“

Der Peer Raben Music Award geht an Denise Barth für Ihre Musik zu „Contrast“, Regie: Carmen Büchner

Als Gewinner aus insgesamt 262 eingereichten Kurzfilmen aus 37 Ländern ging „Contrast“, Musik von Denise Barth, Regie Carmen Büchner hervor.

Die Jury bestand Owen Pallett (Musiker), Sabine Bernardi (Regisseurin), Lesley Jackson (Musikagentin) und Christian Bos (Musikjournalist).

Aus der Jurybegründung:
„Contrast, der Siegerfilm, ist ein experimenteller abstrakter Film ohne eine klare Handlung, wie man sie normalerweise bei einem Kurzfilm erwarten würde. Aber alle Juroren erlebten ein wahres Gefühl einer Geschichte, die gänzlich durch den vorzüglichen Score von Denise Barth erzählt wurde. Sie hat viel Talent und wir sehen für sie eine große Zukunft.“

Damti wurde der Peer Raben Music Award im Wert von 1.500 EURO für die beste Musik in einem Kurzfilm zum sechsten Mal vergeben. Gesucht wurden Filmscores mit innovativer und dramaturgisch sinnvoller Verwendung von Musik und Ton in Beziehung zum Bild.

Musikdokumentarfilmpreis SEE THE SOUND an „Europe in 8 Bits“ von Javier Polo

Als beste Musikdokumentation wird „Europe in 8 Bits“ von Javier Polo ausgezeichnet. Der Film porträtiert die wachsende Szene der Chip Music, deren Protagonisten Spielekonsolen wie GameBoys, NES, Atari ST oder Amigas kreativ nutzen und mit ihren Sounds Musik kreieren. Die Deutschlandpremiere feierte „Europe in 8 Bits“ bei SoundTrack_Cologne.

Aus der Begründung der Jury:
„Der Film, den wir heute Abend auszeichnen, führt uns eine abgeschlossene und dennoch vielseitige Subkultur ein. Sie nutzen einfachste Mittel, um eine inspirierende Bandbreite an Klängen zu erschaffen.

Der Film zeichnet sich durch eine frische und innovative Ästhetik aus: Sprache, Animation und Musik finden eine gelungene Balance. Der Film fordert uns heraus, unsere Vorstellung von Musikmachen zu überdenken. Alles in allem inspiriert er uns, kreativer zu sein.“

Die Jury bildeten Mirjam Baker (Filmemacherin aus Köln), Alina Gordienko (Kuratorin aus Odessa, Ukraine) und Gregor Schwellenbach (Komponist und Musiker aus Köln). Der SEE THE SOUND-Musikdokumentarfilmpreis ist mit 2.500 Euro dotiert.

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