Die Preise der Nippon Connection


Nach sechs Tagen mit rund 100 Kurz- und Langfilmen aus Japan endete am 28. Mai 2017 das 17. Japanische Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt am Main. Der feierliche Abschluss des Festivals war die Preisverleihung am letzten Festivaltag im Künstlerhaus Mousonturm. Der anschließende Abschlussfilm The Emperor in August von Masato HARADA mit Nippon Honor Award Preisträger Koji YAKUSHO begeisterte den ausverkauften Kinosaal.

Der Publikumspreis Nippon Cinema Award ging an die Regisseurin Miwa NISHIKAWA mit The Long Excuse. Präzise beobachtet und mit bösem Witz, aber nie verurteilend, erzählt die Regisseurin und Drehbuchautorin von der Läuterung eines rücksichtslosen Egomanen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde zum 13. Mal vergeben und vom Bankhaus Metzler aus Frankfurt am Main gestiftet.

Mit dem Nippon Visions Audience Award wurde Start Line von Ayako IMAMURA ausgezeichnet. In diesem dokumentarischen Roadmovie erkundet die seit ihrer Geburt gehörlose Filmemacherin nicht nur Land und Leute, sondern vor allem sich selbst. Der vom Japanischen Kultur- und Sprachzentrum e.V. in Frankfurt am Main gestiftete Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Der Gewinner des Nippon Visions Jury Award ist Hirobumi WATANABE. In seinem Drama Poolsideman geht der Regisseur in langen, geradezu hypnotischen Einstellungen und ästhetischer Schwarzweiß-Fotografie der Psyche eines stoischen Einzelgängers auf den Grund.

Über die Vergabe des Nippon Visions Jury Awards entschied eine dreiköpfige Jury. Die Juroren waren Nobuhiro YAMASHITA (Regisseur My Uncle und Over The Fence), Yuka SAKANO (Kawakita Memorial Film Institute, Tokio) und Bastian Meiresonne (Filmkurator, Festival International des Cinémas d’Asie de Vesoul). In der Begründung der Jury heißt es, daß der Film Poolsideman eine dunkle Seite der heutigen japanischen Gesellschaft zeige und gleichzeitig universell sei. Mit einer unheimlichen Faszination halte er die Zuschauer in seinen Bann. Die Welt, die Hirobumi WATANABE entwerfe, sei trotz der minimalen Struktur des Films von immenser Dimension. Der Preis, eine Untertitelung für den nächsten Film, wurde zum achten Mal von der Japan Visualmedia Translation Academy (JVTA) aus Tokio gestiftet.

Eine lobende Erwähnung in der Kategorie Nippon Visions vergab die Jury an Going the Distance von Yujiro HARUMOTO. Der Film sei höchst sensibel, wunderbar geschrieben und umgesetzt und von den herausragenden Leistungen der drei Hauptdarsteller*innen geprägt. Mit der lobenden Erwähnung an seinen Debütfilm möchte die Jury den Regisseur Yujiro HARUMOTO ermutigen, mit seiner Arbeit fortzufahren und weitere Projekte zu entwickeln.

Die Verleihung des Nippon Honor Awards an den japanischen Starschauspieler Koji YAKUSHO bildete den krönenden Abschluss der diesjährigen Preisverleihung. Der von Japan Airlines gestiftete Nippon Honor Award wurde zum dritten Mal verliehen und würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den japanischen Film verdient gemacht haben. Koji YAKUSHO nahm den Preis persönlich entgegen und bedankte sich beim Festival für den unermüdlichen Einsatz für den japanischen Film.

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