Die Preisträger des NaturVision Filmfestivals


Ludwigsburg: Am Samstagabend konnten bei der feierlichen Preisverleihung im Großen Haus des Central Theaters Ludwigsburg, die von Discovery Channel präsentiert wurde, in insgesamt 10 Kategorien glückliche Gewinner ausgezeichnet werden.

Bilder von großartigen Landschaften, von faszinierenden Tieren, aber auch von globalen Umweltproblemen prägten in diesem Jahr wieder das Programm des großen NaturVision Filmfestivals. Insbesondere innerhalb des diesjährigen Sonderthemas „Inseln der Zukunft: die Stadt“ wurden Filme gezeigt, die auf problematische Seiten des menschlichen Handelns aufmerksam machen, aber auch innovative Ideen für ein individuelles Umdenken vorstellen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gewinnerfilm des Deutschen Umwelt- und NachhaltigkeitsfilmpreisesWastecooking – Kochen statt verschwenden.“ Die Dokumentation prangert die globale Lebensmittelverschwendung an, bietet aber gleichzeitig humorvolle und moderne Lösungsvorschläge, bei denen klar wird, dass jeder seinen eigenen kleinen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten kann, denn: „Das Umdenken beginnt im eigenen Kühlschrank“. Überreicht wurde der Preis von Michael Ilk, dem Baubürgermeister der Stadt Ludwigsburg.

Seit vielen Jahren hat das Thema Biodiversität bei NaturVision einen wichtigen Stellenwert. Die Erkenntnis, dass in der Natur alles mit allem vernetzt ist und auch kleinste Störungen dieses Gleichgewichtes fatale Folgen haben können, vermittelt der Film „Das Yellowstone-Rätsel“, der mit dem Deutschen Filmpreis Biodiversität ausgezeichnet wurde. Wie in einem spannenden Krimi wird hier der Frage nachgegangen, warum im Yellowstone Nationalpark die Hirsche verschwinden. Hauptverdächtig erscheinen zuerst die Wölfe, doch zwei Forscher enthüllen, dass der Fall viel komplizierter liegt.

Vier Jahre Dreharbeiten und aufwendige wissenschaftliche Recherche liegen hinter Regisseur Klaus Weißmann und seinem Team. Belohnt wurde die sorgfältige Arbeit am Film „Die Reise der Schneeeulen – Ein Wintermärchen“ mit dem Deutschen Wildlife Filmpreis, den Festivalpate Andreas Hoppe überreichte. In dieser sehr anspruchsvollen Kategorie achtet die Jury auf eine gelungene Kombination aus guter Story, sorgfältiger Kameraarbeit, gekonntem Schnitt und stimmiger Dramaturgie.

Die Jugendjury – die zum zweiten Mal aus Mitgliedern der „Jugendinitiative Baden-Württemberg“ bestand – sprach dem Film „Wastecooking – Kochen statt Verschwenden“ eine lobende Erwähnung aus. Zu ihrem Preisträger machten die Jugendlichen die Dokumentation „Wildes Deutschland: Der Chiemsee“. Hier beeindruckten sie nicht nur die spektakuläre Kameraarbeit und die humorvolle Erzählweise. Ihnen fiel vor allem positiv auf, dass der Film auch die Gefährdungen dieses Biotops vermittelt. Damit sprachen sie eine Entwicklung an, die für den Natur- und Tierfilm immer wichtiger wird – und bei NaturVision immer ein zentraler Aspekt war: Die Dokumentationen wollen mit eindrucksvollen Filmbildern für die Schönheit unserer Natur begeistern und gleichzeitig für die Gefahren sensibilisieren, die unsere Schöpfung bedrohen.

Den NaturVision Kamerapreis erhielt die österreichische Produktion „Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen“. Die Jury beschreibt den Film mit dem „gewissen Etwas“ als „…stimmungsvolle, fast poetische Liebeserklärung an einen Nationalpark, in den die Natur zurückkehren darf.“

Der Preis für die Beste Story ging an die SWR-Dokumentation „Wo unser Wetter entsteht“, in der der Meteorologe Sven Plöger es schafft, seine Geschichte so zu erzählen, dass sie spannend und interessant bleibt. Den Zuschauer nimmt er wirklich mit auf seine Reise und erklärt, was wichtig ist.

Filmmusik unterstützt die Dramaturgie des Filmes und schafft mit musikalischen Mitteln eine besondere Atmosphäre. Den Machern von „Magie der Moore“ ist dies in herausragender Weise gelungen. Der Film schafft eine Klangwelt, die den Zuschauer das Mystische der Moore auch akustisch erleben lässt, ohne dabei vom eigentlich Erzählten abzulenken und wurde daher mit dem NaturVision Filmmusikpreis ausgezeichnet.

Lotumi und der rote Tanz“ (Foto)erzählt die Geschichte zweier Massai-Jungen, die unbedingt Krieger werden möchten. Der Film erhielt die Auszeichnung NaturVision Kinderfilmpreis, denn er setzt da an, wo die Erfahrungswelt der Kinder aufhört. Er öffnet das Fenster zur Welt und zeigt in eindrucksvollen, farbenfrohen Bildern wie es in einem anderen Land aussieht.

Mit dem NaturVision Newcomerfilmpreis werden besonders innovative und überzeugende Filme gewürdigt, die vom Nachwuchs aus Medienberufen oder von Quereinsteigern eingereicht wurden. In diesem Jahr überzeugte „Passion for Planet“ die Jury. Die Produktion bringt dem Zuschauer die Arbeit passionierter Naturfilmern hinter der Kamera nahe. Der Zuschauer bekommt Einblicke, welcher Aufwand hinter solchen Produktionen steckt und welche Motivation die Filmemacher antreibt; nämlich das Anliegen, mit ihren Filmen ein Bewusstsein für die natürlichen Lebensräume zu schaffen und zu vermitteln, wie man nachhaltig mit der Natur leben und sie für die Zukunft erhalten kann.

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