Durchbruch bei Tarifverhandlungen für Filmschaffende

Die Filmschaffenden


Matthias von Fintel, Verhandlungsführer von ver.di in den Tarifverhandlungen für die Film- und Fernsehschaffenden: Aller guten Dinge scheinen einmal mehr drei zu sein: In der gestrigen dritten Runde der Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Film- und Fernsehschaffenden, die für die Dauer von einzelnen Produktionen von Fernseh-/Kinofilmen und Serien angestellt werden, hat ver.di nach eigenen Angaben “deutliche Verbesserungen” erreicht. Die Tarifgagen sollen sich demnach ab April um 30 Euro pro Woche erhöhen, ab Januar 2017 soll dann eine weitere Anhebung um drei Prozent erfolgen. Im Gesamtvolumen wären dies 5,75 Prozent Tarifsteigerung. Die Arbeitszeit bei Kinoproduktionen soll künftig nur noch an drei von fünf Arbeitstagen über zwölf Stunden hinausgehen dürfen.

Dies würde die dritte Verkürzung der Arbeitszeiten seit 2011 bedeuten. Im Detail sieht die Regelung vor, dass bei Kinoproduktionen nur noch an 60 Prozent der Drehtage 13 statt zwölf Stunden gearbeitet werden darf. Für bestimmte TV-Formate wie Dokumentation gilt dies nur für 20 Prozent, bei Serien wie Daily-Soaps nur für zehn Prozent der Drehtage.

Der Gagenabschluss hat – vorbehaltlich der Zustimmung der Tarifkommission – eine Laufzeit bis Ende 2017, der Manteltarifvertrag mit den verbesserten Regelungen zur Arbeitszeit bis Ende 2019. Wenn die Tarifkommission bis Ende März ihren Segen erteilt, können die neuen Regelungen ab April in Kraft treten.

“Ein weiterer Schritt zur Eindämmung überlanger Arbeitstage ist durchgesetzt und die Tariferhöhungen können sich im Branchenumfeld sehen lassen”, kommentiert ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel das Ergebnis. “Die Erhöhung der Wochengagen von 30 Euro ab April 2016 macht im Volumen 2,7 Prozent aus. Das bedeutet für Wochengagen bis zu 1.000 Euro, etwa für Assistentinnen und Assistenten oder Produktionsfahrer, eine Erhöhung über drei, teilweise vier Prozent. Dazu kommt neun Monate später eine weitere Anhebung der Gagen um drei Prozent. Die Verhandlungskommission der ver.di FilmUnion ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden.”

Für den Manteltarifvertrag bemühen sich die Tarifparteien Produzentenallianz und ver.di laut einer Pressemitteilung um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung, nach der das Regelwerk auch für nicht tarifgebundene Filmproduktionen gelten würde. Dies wäre laut ver.di “angesichts der zunehmenden Tarifflucht und der kurzen, immer wieder unterbrochenen Beschäftigungszeiten ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen”. Dazu Matthias von Fintel: “Die meisten Filmproduktionen erhalten Förderungen oder werden im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks produziert. Tarifdumping von Filmproduktionen, die mit Fördergeldern aus Steuern oder Geldern der Bürger aus dem Rundfunkbeitrag ermöglicht werden, ist nicht akzeptabel.”

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