FFHSH vergibt 591.500 Euro an 15 Projekte

Wien vor der Nacht


Das Gremium 2 der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), zuständig für Projekte mit Herstellungskosten bis zu 800.000 Euro, vergab am 18. Januar 2017 Fördergelder in Höhe von 591.500 Euro an 15 Projekte. Produktionsförderung für das Kino erhalten ein Spielfilm, ein Musikfilm, drei Dokumentarfilmprojekte und ein animierter Kurzfilm: Mit Goliath (150.000 Euro, Skalar Film GmbH, Hamburg) realisiert Marcus Reinhardt sein Langfilmdebüt und erzählt die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die versucht, Kontakt zu ihrem erwachsenen Sohn aufzunehmen, der sich seit zwei Jahren in seinem Zimmer abschottet.

Red Fields – A Rock Opera (80.000 Euro) ist nach That Lovely Girl, der 2014 in Cannes lief, die zweite Zusammenarbeit der Hamburger Riva Filmproduktion mit der israelischen Regisseurin Keren Yedaya. Der poetische Musikfilm basiert auf der Rock Oper »Mami«, die in Israel seit den ersten Aufführungen in den 80er-Jahren Kultstatus genießt, und zeichnet als Plädoyer für den Frieden die Lebensgeschichte Mamis nach. In dem Dokumentarfilm Hope (110.000 Euro, Filmtank GmbH, Hamburg) wird der Naturfotograf Markus Mauthe auf seinen Reisen zu indigenen Völkern begleitet, deren Lebensräume mehr und mehr zu verschwinden drohen. Die Schnittregie führt Thomas Tielsch. In Die Liebe frisst das Leben (33.000 Euro, Interzone Pictures, Hamburg) spürt Oliver Schwabe dem Werk des Musikers Tobias Gruben nach, der auch zwanzig Jahres nach seinem Tod als unentdeckter und ungeschliffener Diamant deutscher Popkultur gilt. Under The Milky Way (65.000 Euro, Fuenferfilm GbR, Hamburg) von Bernd Schoch erzählt von Pilzsammlern in den südlichen Karpaten Rumäniens und fragt nach den Hierarchien und Machtgefügen dieser prekären Gemeinschaft, dem kleinsten Glied in der Wertschöpfungskette der Speisepilzindustrie. Der animierte Kurzfilm Klein (Sören Wendt, Hamburg, 32.000 Euro) basiert auf der Kinderbuchvorlage »Liten« von Stina Wirsén und erzählt von einem kleinen Wusel, genannt Klein, der unter dem Streit der Eltern leidet und große Angst hat. Regisseur Sören Wendt möchte mit seinem Film kleine Zuschauer ermutigen, sich Hilfe zu suchen, wenn sie Sorgen haben.

Projektentwicklung erhalten zwei Filmvorhaben: Zwanzig Jahre nach ihrem Film Gendernauts besucht die Filmemacherin Monika Treut, die in diesem Jahr auf der Berlinale mit dem Special TEDDY-Award ausgezeichnet wird, die vier transsexuellen Protagonisten in San Francisco und fragt sie in Gendernauts Revisited (18.500 Euro, Hyena Films, Hamburg) nach deren Lebensmodellen im Amerika der neuen Trump-Ära. Mit Willi und die Wunderkröte (25.000 Euro, Filmtank, Hamburg) inszeniert Dominik Wessely eine Kinderdokumentation über das Artenaussterben von Amphibien. Der Kinofilm ist Teil des bereits gestarteten crossmedialen Projektes »Frogs & Friends«. Protagonist des Films ist Willi Weitzel, Moderator der Kindersendung »Willi will‘s wissen«.

Drehbuchförderung in Höhe von jeweils 15.000 Euro erhalten zwei Nachwuchsautoren aus Hamburg: In Die Haushälterin von Jan Eichberg (filmbar Filmproduktion, Hamburg) verlieben sich Vater und Sohn in dieselbe Frau und in Es fühlt sich an wie Fliegen von Sönke Andresen (Kimotion Pictures Ltd., Hamburg) läuft ein junges Mädchen der Diagnose MS davon.

Im Verleih und Vertrieb wurde gefördert: Die Gabe zu heilen von Andreas Geiger (15.000 Euro, Camino Filmverleih; Kinostart: 23. Februar 2017), Von Bananenbäumen träumen von Antje Hubert (15.000 Euro, Die Thede e.V.; Kinostart: 30. März 2017) und Wien vor der Nacht (Foto) von Robert Bober (10.000 Euro, Salzgeber & Co, Kinostart: 11.März 2017).

Kinoförderung in Höhe von jeweils 4.000 Euro erhalten das 3001 Kino für die 27. Lateinamerika Filmtage 2016 & Cinespanol sowie das Magazin Filmkunsttheater für die Filmreihe Hans Christoph Blumenberg zum 70ten.

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