Filme von Regisseurinnen auf Festivals kaum vertreten


Auf Initiative der Frauenbeauftragten der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München Maya Reichert hat Strategieberaterin und Medienwissenschaftlerin Tanja C. Krainhöfer die Repräsentanz von Filmwerken von Frauen auf 19 deutschen Filmfestivals untersucht. Fazit: Frauen sind dort deutlich unterrepräsentiert – lediglich auf einem Festival lag ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis im Filmprogramm vor. Die Pilotstudie in Kooperation mit dem Verband der Bayerischen Filmfestivals trägt den Titel “Frauen zeigen ihr Gesicht, Männer ihre Filme”.

HFF-Präsidentin Prof. Bettina Reitz: „Mit Blick auf unsere aktuellen Studierenden- und Absolventenjahrgänge sehe ich: Wir bilden ebenso viele Studentinnen wie Studenten für das Filmemachen aus. Umso alarmierender ist es, dass sich die schlechteren Chancen für Filmemacherinnen im Kino und Fernsehen in der Filmfestivallandschaft fortsetzen. Dies gilt umso mehr, da allein das rasant wachsende Netz an deutschen Filmfestivals für eine Vielzahl von Filmen eine sehr wichtige Publikums- und Branchenplattform für die Wahrnehmung von Filmemacherinnen und -machern ist und dank mitunter hoch dotierter Preise und Aufführungsgebühren auch eine ernstzunehmende Einnahmequelle darstellt.“

In ihrer Untersuchung der Repräsentanz von Filmwerken von Frauen im Programm deutscher Filmfestivals stellt Tanja C. Krainhöfer die Ausgangsfrage: Inwieweit weichen die für die Programme bayerischer Filmfestivals ausgewählten Filmwerke von Frauen im Vergleich zu denen von Männern quantitativ ab und inwiefern unterscheiden sich die Filmwerke von Frauen und Männern in Bezug auf spezifische Merkmale wie z.B. Lauflänge, Gattung, Herstellungsjahr. Sie prüfte dafür die Programme von 19 Filmfestivals im Jahr 2015. Die Analyse zeigt, dass die Geschlechterverteilung gemittelt über alle untersuchten Filmfestivalprogramme 27 Prozent für den Anteil von Frauen inszenierter Filme zu 73 Prozent von Männern inszenierter Filme beträgt.

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