MFG-Star an Visar Morina für „Babai – Mein Vater“



Der Juror Matti Geschonneck zeichnet den Autor und Regisseur Visar Morina für „Babai – Mein Vater“ mit dem von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gestifteten Regienachwuchspreis MFG-Star aus | Der Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik geht an Christoph M. Kaiser und Julian Maas für die Musik zu „Der Staat gegen Fritz Bauer“.

Der Regie-Nachwuchspreis MFG-Star wurde am 25. November 2017 im Rahmen des FernsehfilmFestivals in Baden-Baden bereits zum 18. Mal vergeben. Der Preisträger darf sich auf ein Stipendium für einen sechswöchigen Aufenthalt in der VILLA AURORA in Pacific Palisades, Los Angeles, freuen. Im dortigen Kulturzentrum – entstanden aus dem ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers Lion Feuchtwanger – bestehen für den Regisseur, der ausgezeichnet wird, beste Arbeitsbedingungen zur Entwicklung neuer Projekte und außergewöhnliche Vernetzungsmöglichkeiten.

Das Langfilmdebüt von MFG-Star Gewinner Visar Morina erzählt von dem zehnjährigen Nori und seinem Vater, die zusammen Zigaretten auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 1990er Jahre verkaufen. Der Vergangenheit zu entfliehen gehört zur Stärke des Vaters. Nun will er dem Kosovo entfliehen, ohne Nori. Doch der Sohn stellt sich quer und versucht mit allen Mitteln ihn davon abzuhalten. Es kommt zu einem Unfall. Der entsetzte Vater bringt seinen Sohn ins Krankenhaus. Als Nori entlassen wird, ist sein Vater heimlich gegangen. Voller Wut und Entschlossenheit folgt er ihm.

Der alleinige Juror Matti Geschonnek entschied sich für „Babai – Mein Vater“ als Preisträgerfilm, denn er sei „bedrückend aktuell“ und: „Er zeigt, wie sehr wir selbst – die wir blind in unserem Luxus gefangen sind – uns in Lebensgefahr befinden. Eindrucksvoll vermittelt der Film uns das Ohnmachtsgefühl, draußen vor der Tür zu stehen – und da stehen zu bleiben. Ein aus der Sicht eines Jungen erzählter, kluger Film über Schuld, Verrat, Vertrauen, Vertrauensbruch – aber auch über die Suche nach Geborgenheit, über die Sehnsucht nach Liebe.“

Die Nominierungskommission bestand aus Prof. Bettina Reitz (Juryvorsitzende des FernsehfilmFestival Baden-Baden), Cathrin Ehrlich (Festivalleiterin des FernsehfilmFestival Baden-Baden), Andrea Hohnen (Programmleiterin FIRST STEPS), Dr. Dietrich Mack (ehem. SWR) und Prof. Carl Bergengruen (MFG-Geschäftsführer). Neben dem Preisträger Visar Morina hatten die Juroren Anne Zohra Berrached für „24 Wochen“, Piotr J. Lewandowski für „Jonathan“ und Florian Schnell für „Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel“ nominiert.

Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik
Für die Musik zu „Der Staat gegen Fritz Bauer“ erhalten die Nachwuchskomponisten Christoph M. Kaiser und Julian Maas den mit 10.000 Euro dotierten Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2014, der von Dieter Krauß (MFG Filmförderung Baden-Württemberg) verliehen wurde.

Der Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik wird beim Fernsehfilm-Festival in Baden-Baden im zweijährigen Rhythmus verliehen. Er ist mit 10 000 € dotiert und richtet sich an Nachwuchskomponisten. Der Preis wurde 1992 vom SWR zur Erinnerung an seinen langjährig leitenden Orchesterdirektor Rolf-Hans Müller initiiert und wird zur Hälfte von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg mitfinanziert.

Ihre Meinung