Neue Sektion der Kurzfilmtage

Bewegtbilder sind heute aus Museen und Galerien nicht mehr wegzudenken, die Frage ihrer Präsentation liefert jedoch nach wie vor Stoff für Diskussionen. Mit „Positionen“ führen die 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen nun ein Programmformat ein, das einen kritischen Diskurs über das Sammeln und Ausstellen von Künstlerfilmen etabliert. Ausgewählte Museen, Privatsammlungen und Galerien stellen in dieser Sektion ihre Werke vor. Dabei werden Kriterien diskutiert, welche Werke und Künstler vertreten sind, aber auch, wie sie präsentiert werden. „Positionen“ sind also gleichermaßen die Werke selbst wie die institutionellen Bedingungen, unter denen sie sichtbar werden. Im Rahmen der Präsentation bei den Kurzfilmtagen am 8. Mai 2016 werden die Arbeiten bewusst in der konsekutiven Form eines Filmprogramms präsentiert.

Die einzelnen Positionen werden jeweils von einem Kurator bestimmt und vorgestellt. Für die erste Ausgabe übernimmt diese Aufgabe Filipa Ramos, Editor-in-chief von art-agenda e-flux, Dozentin an der Kingston University und am Central Saint Martins College und Ko-Kuratorin von Vdrome.

Die Positionen 2016:

Carroll/Fletcher, London (Galerie):
2012 gegründet, hat sich Carroll/Fletcher schnell zu einer der führenden Plattformen für zeitgenössische Kunst entwickelt, mit einem Schwerpunkt auf Multimedia und neuen Technologien und einem besonderen Augenmerk auf sozialpolitischen und technologischen Themen. Ergänzend zum Ausstellungsprogramm in der Galerie veranstaltet Carroll/Fletcher Vorträge, Filmvorführungen und Live Performances und kuratiert ein Programm experimenteller und Künstlerfilme in seinem Online-Kino, www.carrollfletcheronscreen.com .

Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto (Museum):
Die Sammlung dieses Museums ist seit den 1960er Jahren eine feste Größe in der portugiesischen und internationalen zeitgenössischen Kunst. Heute verfügt sie über mehr als 1 600 Arbeiten in allen Medien sowie über 2 500 geliehene Stücke. Als Teil eines fortlaufenden Forschungs- und Entwicklungsprogramms will die Sammlung Perspektiven auf die zeitgenössische Kunst im Kontext globaler Realitäten bieten ( www.serralves.pt ).

Polyeco Contemporary Art Initiative (PCAI), Privatsammlung:
Die PCAI ist eine gemeinnützige Organisation, die durch ein einzigartiges Kunstprogramm Umweltbewusstsein fördern will. Ihre Sammlung ist eines von drei Tätigkeitsfeldern und besteht aus Auftragsarbeiten, insbesondere im Medium Bewegtbild, die ökologische, soziologische und philosophische Themen aufgreifen. Bislang stammen die meisten beauftragten Künstler aus Europa, die neueste Auftragsarbeit ist eine Videoarbeit von Anja Kirschner (www.polyeco.gr/csr/pcai). (Foto courtesy Anja Kirschner

Die Kuratorin:
Filipa Ramos ist Chefredakteurin von art-agenda, Dozentin an der Kingston University und am Central Saint Martins und Ko-Kuratorin von Vdrome. Sie war Mitherausgeberin des Manifesta Journal, Kuratorin der Forschungssektion der dOCUMENTA (13) und Koordinatorin des The Most Beautiful Kunsthalle in the World-Projekts der Antonio Ratti Foundation. Sie ist Ko-Autorin von Lost and Found – Crisis of Memory (2009) und arbeitet an einer Sammlung von Texten über Tiere.

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