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Bernhard Wicki Filmpreis – Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films

Wicki-Filmpreis geht an spanische Regisseurin

Filmpreise

Donnerstag - 28. Juni 2012 - 15:48

Am kommenden Donnerstag, 5. Juli steht im Rahmen des 30. Filmfest München wieder ein Highlight auf dem Programm: Jährlich seit 2002 vergibt der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds den renommierten Bernhard Wicki Filmpreis – Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films in mehreren Kategorien. Gemeinsam mit der Bayerischen Staatskanzlei und der Spitzenorganisation der Deutschen Filmwirtschaft e. V. wird der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. den „Bernhard Wicki Filmpreis – Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films“ verleihen. Künstlerisch wertvolle Filme humanistischer, gesellschaftspolitischer Dimensionen werden geehrt als Mahnung aber auch als Chance, auf die junge Generation der Welt einzuwirken, Verantwortung zu erkennen und zu übernehmen für das Recht auf Frieden und ein Leben in Würde und Freiheit.

Mit dem 2010 erstmals verliehenen Nachwuchspreis, ehrt der Fonds in diesem Jahr die Münchner HFF-Absolventin Michaela Kezele für ihr Regiedebüt „Die Brücke am Ibar“. Der Film erzählt die dramatische Liebesgeschichte einer Serbin und eines Albaners im Kosovo Krieg 1999, wo ehemals friedlich koexistierende Nachbarn zu erbitterten Feinden werden. „Mit ihrem Film ist Michaela Kezele ein zutiefst menschlicher Film gelungen, der ihre persönliche Haltung überzeugend wiedergibt. Gerade weil sich der Film kompromisslos auf die persönlichen Schicksale einlässt und beschränkt, ist die humanistische Aussage und Botschaft klar und unmissverständlich“, schreibt die Jury des Preises in ihrer Begründung. Die kroatische Schauspielerin Zrinka Cvitesic spielt die Hauptrolle in Kezeles Film und wird dafür mit dem Schauspielerpreis des Bernhard Wicki Filmpreis – Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films 2012 geehrt. „Die charismatische Schauspielerin erlaubt uns, in die Tiefe ihrer Seele einzutauchen, in einen Monolog ohne Worte – zuweilen in die Wirren ihrer nicht heilen wollenden Verwundungen, zuweilen in die hoffnungsvolle Sehnsucht nach Liebe“, begründen die Juroren.
Im Rahmen des 30. Filmfest München feiert der Film „Die Brücke am Ibar“ am Dienstag, 3. Juli 2012 seine Weltpremiere in Anwesenheit von Cast und Crew.

Der Hauptpreis des Bernhard Wicki Filmpreis – Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films 2012 geht an die spanische Regisseurin Iciar Bollaín für den Film „Und dann der Regen“. Bollaín’s Film-Epos handelt von Unterdrückung und Ausbeutung einer Gesellschaft – heute wie vor 500 Jahren: von der brutalen Eroberung Südamerikas durch Christoph Kolumbus, der Gier nach Gold, der Ermordung und Versklavung der indianischen Ureinwohner und – ein halbes Jahrtausend später, vom blutig niedergeschlagenen Aufstand der Einheimischen gegen den Verkauf der Wasserrechte an einen weltweit agierenden Multikonzern im bolivianischen Cochabamba, von Gold und Wasser als exemplarische Fälle von Macht und Gier. „Genial, wie Drehbuchautor Paul Laverty und die Regisseurin Iciar Bollaín die Ausbeutung der Indianer vor 500 Jahren mit der in Zeiten der Globalisierung verknüpft, wie in einer dritten Erzählebene ein spanisches Filmteam mit den bürgerkriegsähnlichen Zuständen konfrontiert und vor moralische Entscheidungen gestellt wird. „Und dann der Regen“ ist ein Meisterwerk der Filmkunst mit Szenen voll von Poesie und großer Wucht und Eindringlichkeit, die den Zuschauer nicht mehr loslassen, mit grandiosen Darstellern und wunderbarer Musik“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Als Laudatorin und Preispatin für Iciar Bollaín wird die dänische Regisseurin Susanne Bier nach München kommen, die 2011 an selber Stelle mit dem Bernhard Wicki Filmpreis für ihren – auch mit einem Oscar® und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichneten – Film „In einer besseren Welt“ geehrt wurde.

Der Ehrenpreis des Bernhard Wicki Filmpreis – Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films 2012 geht an Michael Verhoeven, den großen deutschen Regisseur, vor allem aber an den überragenden Filmkünstler und integren Menschen. Das Credo seines gesamten filmischen Oevre ist der Kampf um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. „Immer gelingt es Verhoeven aus der konkreten Geschichte, das zu machen, was ein Kunstwerk über andere hinaushebt“, heißt es in der Begründung der Jury. Die Laudatio für den Ehrenpreisträger Michael Verhoeven wird Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien halten.


Quelle: Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V.

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