Zehn Forderungen der Filmwirtschaft zur Bundestagswahl


Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) hat im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl ein Zehn-Punkte-Papier mit ihren wesentlichen politischen Forderungen an die Parteien kommuniziert. „Für eine zukunftsfähige Filmwirtschaft brauchen wir in der nächsten Legislaturperiode umsichtige politische Entscheidungen, die Verantwortlichkeit im Netz und eine Stärkung des ländlichen Raums genauso garantieren wie ein ausdifferenziertes Fördersystem,“ so Alfred Holighaus, Präsident der SPIO.

Im Zentrum der Forderungen stehen verschiedene filmwirtschaftliche Herausforderungen zur Digitalisierung. „Der Film funktioniert in der Herstellung, im Marketing, in den Vertriebsstrukturen

Alfred Holighaus

Alfred Holighaus

und im Kino längst digital“, sagt Holighaus. „Für eine vielfältige und wettbewerbsfähige Filmwirtschaft brauchen wir deshalb nicht nur eine gute digitale Infrastruktur, sondern auch ein faires Regelwerk, das unsere Inhalte vor der voranschreitenden Entwertung im Netz schützt.“ Die SPIO fordert deshalb die Bekämpfung von Online-Piraterie und ein Level-Playing-Field für alle Anbieter audiovisueller Inhalte im Internet. „Wenn sich z.B. die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zunehmend als Gratis-Plattformen profilieren beschränkt dies ebenso unsere wirtschaftlichen Auswertungsmöglichkeiten wie eine Einschränkung des Territorialitätsprinzips.“ Solche Entwicklungen gingen letztendlich auch zu Lasten der deutschen Verbraucher, denen immer weniger hochwertige Inhalte angeboten werden können. Neben kartell- und urheberechtlichen Anliegen werden im Forderungskatalog aber auch die Filmförderung, die Verantwortung für das filmische Erbe und der Jugendschutz thematisiert. Als gesellschaftlich besonders wertvolles Angebot sieht die SPIO außerdem den Kultur- und Kommunikationsort Kino in der Fläche, weshalb sie sich für strukturpolitische Maßnahmen im ländlichen Raum stark macht. „Die am Film beteiligten Unternehmen sind so vielfältig wie ihre Werke“, erklärt Holighaus. „Diese Bandbreite muss in den politischen Weichenstellungen berücksichtigt werden, damit unsere Branche ihre kulturell und wirtschaftlich relevante Rolle weiter angemessen ausfüllen kann.“

Welche Bedeutung die Unternehmen der Filmwirtschaft schon heute für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben, hatte zuletzt eine Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) belegt. Demnach erwirtschaftet die Branche mit ihren 161.000 Erwerbstätigen eine Bruttowertschöpfung von 13,6 Milliarden Euro. Für jeden Euro, der in der Filmwirtschaft erzielt wird, werden zudem 1,60 Euro an Wertschöpfung in der gesamten Volkswirtschaft realisiert. „Investitionen in die Filmwirtschaft lohnen sich aber nicht nur finanziell“, sagt Holighaus. „Die Innovationskraft des Films trägt vielfältig zum gesellschaftlichen Fortschritt Deutschlands bei und schafft wertvolle Synergien mit neuen Disziplinen, die sich auf jede erdenkliche Weise mit audiovisuellen Inhalten beschäftigen: von der Kameratechnik in selbstfahrenden Autos bis zur digitalen Animation virtueller Realitäten. Diese Zukunft können und wollen wir mitgestalten“.

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